watercolor | making of

Wie angekündigt kommt hier ein kleines making of, über die Farbtropfenfotos. Es gibt sicher mehrere Weg um abstrakte Fotos von Farbtropfen zu machen. Hier möchte ich euch von meiner Methode erzählen und zeigen wie solche Fotos entstehen.

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Wie kommen solche Fotos zustande?

Was habe ich für die Fotos benutzt? Die Spiegelreflexkamera und ein Objektiv, dass im Nahbereich fokussieren kann. Hier habe ich die EOS 6D mit dem EF 24-70mm f/4 verwendet. Das Objektiv hat einen Makromodus und daher eine sehr geringe Naheinstellgrenze. Die Lichtquelle für die Fotos bilden meine zwei Aufsteckblitze von Youngnou, die mit dem Funkauslöser angesteuert werden. Nicht im Bild unten ist der Faltreflektor, der als Teil des Hintergrund dient. Ausgelöst wird die Kamera mit einem Fernauslöser und dem iPhone. Für den Aufbau wird zudem das Stativ benutzt. Als „Leinwand“ dient ein kleines Aquarium. Ausserdem ist es von Vorteil, den Laptop direkt beim Shoot mit ins Setup einzubinden. Mit Lightroom ist das Thethern kein Problem. So kann man die gerade entstandenen Fotos direkt groß betrachten. Neben dem ganzen technischen Kram habe ich immer ein Notizbuch greifbar, um mir Informationen aufzuschreiben.

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Fig. 1 Dieses Equipment habe ich für die Fotos verwendet.

Als erstes baue ich das Setup auf. Das Aquarium wird an der Tischkante positioniert und mit Wasser gefüllt. Die Kamera wird auf dem Stativ möglichst planparallel zur Frontscheibe des Aquariums aufgestellt. Hinter dem Aquarium wird der transparente Teil des Faltreflektors so befestigt, dass einer der Blitze dahinter stehen kann und durch ihn hindurchblitzten kann. Der zweite Blitz wird seitlich des Aquariums aufgestellt, um die Farbe zusätzlich im Vordergrund aufzuhellen.

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Fig. 2 Ausrichtung der Kamera vor dem Aquarium. Wichtig ist die manuelle Fokussierung und die Deaktivierung des Bildstabilisators. Auf der Kamera ist der Funkauslöser befestigt, der die Blitze auslöst. Das rote Kabel führt zum iPhone, welches als Fernauslöser dient.

 

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Fig. 3 Das fertige Setup. Ausgerichtete Kamera und seitlicher Blitz, im Vordergrund. Im Hintergrund ist der angeblitzte Faltreflektor zu erkennen, der im Bild als Hintergrund dient.

Um scharfe Fotos zu erreichen muss manuell fokussiert werden. Am Besten hält oder stellt man hierzu etwas ins Wasser und fokussiert dann im Live-View. Dann ist das Setup fertig eingerichtet.

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Fig. 4 Das fertig aufgebaute Setup

Dann beginnt der spaßige Teil! Die Wasserfarbe wird angemischt und das eigentliche Foto vorbereitet. Aus nostalgischen Gründen habe ich mir den Pelikan Schulfarbkasten gekauft. Für den ersten Durchgang mische ich eine leuchtende Farbe an. Heute rot.

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Fig. 5 Der spaßige Teil. Abmischen der Farbe und vorbereiten der Pipette

Um die Farbe gezielt in das Wasser zu tropfen benutze ich eine Pipette. Eine solche habe ich für einen Euro in der Apotheke gekauft. Die Farbe sollte mit dem Pinsel relativ dick angemischt werden. Dazu habe ich Wasser aus der Tasse mit dem Pinsel in das Farbtöpfchen gegeben und gut verrührt. Die Mischung wurde dann in das kleine Schälchen gegossen und der Vorgang so oft wiederholt, bis genügend Farbe für den Shoot vorhanden ist. Dadurch muss später nicht neu angemischt werden. Den ersten Teil der Farbe wird dann in die Pipette gezogen und kurz abgelegt, um etwaige Luftblasen aufsteigen zu lassen.

Dann wird getropft und im richtigen Moment auf den Fernauslöser gedrückt.

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Fig. 6 Das Aquarium nach dem Tropfen

Das Wasser wird relativ schnell trübe. Den richtigen Moment zu erwischen, in dem interessante Strukturen im Wasser auftreten, ist entscheidend für die Fotos. Es ist aber auch Glückssache.

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Fig. 7 Das Setup nach dem ersten Durchgang. Das Wasser wird trübe und die ersten Fotos können auf dem Laptop betrachtet werden.

Es macht Sinn mehrere Fotos zu machen, während sich die Farbe im Aquarium verteilt. Mit genügend Zeit und viel Glück entstehen spannende Strukturen. Unten folgt eine Serie aus sechs direkt hintereinander aufgenommenen Fotos. Hier wird deutlich, wie sehr sich der Gesamteindruck der Bilder, in kurzer Zeit, verändern kann.

Die Bilder sind in Lightroom entwickelt. Leichte Farbanpassungen und Erhöhung des Kontrastes.

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Fig. 8 Sechs nacheinander aufgenommene Fotos

Die Fotos machen auf jeden Fall viel Spaß und sind genau das Richtige für die kommenden Herbsttage, an denen man lieber nicht raus geht.

Habt ihr schon einmal ähnliche Fotos gemacht? Wie geht ihr vor und was sind eure Tricks?

 

 

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2 Gedanken zu “watercolor | making of

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